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Schlaf & Alltag2 Min. Lesezeit

Ich war abends nicht erschöpft. Ich war auf Entzug.


22:14 Uhr, endlich Ruhe, und trotzdem scrollst und snackst du. Warum dein Körper sich abends holt, was ihm tagsüber gefehlt hat.

22:14 Uhr. Das Haus ist ruhig, endlich. Die Kinder schlafen, die Brotdosen sind vorbereitet. Ich habe heute 11.000 Schritte gemacht, aber keinen davon für mich.

Jetzt sitze ich auf dem Sofa. Laptop zu, Handy in der Hand. Ich könnte ins Bett gehen, ich sollte sogar. Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Aber ich bleibe. Ich scrolle. Ich snacke. Ich suche nicht mal wirklich etwas, aber ich brauche etwas.

Einen Funken, der sagt: Du lebst noch

Den ganzen Tag habe ich nur funktioniert: arbeiten, einkaufen, abholen, zuhören, trösten, planen. Kein Moment, in dem ich kurz einfach ich war. Und wenn es abends leise wird, meldet sich dieses innere Loch, eine Mischung aus Erschöpfung und Rastlosigkeit.

Irgendwann habe ich verstanden: Mein Körper ist nicht nur müde. Er ist auf Entzug von allem, was ihm tagsüber gutgetan hätte: Freude, Nähe, Genuss, echte Verbindung, bewusstes Atmen.

Also holt er sich abends schnell, was fehlt: einen kleinen Kick durch Social Media, Zucker, Reize.

Kein Zeichen von Schwäche

Das ist ein Überlebensmechanismus. Aber keiner, der trägt. Denn am nächsten Morgen wache ich nicht erholt auf, sondern mit Kopfschmerzen, Augenringen und schlechtem Gewissen. Und der Kreislauf beginnt von vorn.

Kleine Kraftquellen über den Tag

Heute baue ich mir kleine gute Momente in den Alltag, bevor der Abend kommt:

  • 10 Minuten Sonne im Garten, nur für mich
  • einen Song laut aufdrehen beim Kochen und mittanzen
  • eine ehrliche Sprachnachricht an eine Freundin, ohne Smalltalk
  • etwas Leckeres essen und es wirklich schmecken
  • 5 Minuten einfach nichts

Nicht perfekt, nicht jeden Tag. Aber genug, damit ich mich spüre, bevor ich abends ausgelaugt auf dem Sofa lande.

Ich bin abends immer noch manchmal müde. Aber nicht mehr leer.

Bist du abends wirklich nur müde? Oder versuchst du aufzuholen, was dir den ganzen Tag gefehlt hat?

Dieser Artikel beschreibt meine eigenen Erfahrungen und allgemeines Wissen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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